Warum gestaltet man die eigene Identität so, wie man sie gestaltet? Hierzu eine These aus dem Feminismus, dass der Charakter variabel ist. Je nachdem, wer einem im Leben begegnet, werden Fragmente des Anderen übernommen, in den eigenen Charakter hinein gewoben und zu etwas eigenen gemacht. (Simone de Beauvoir/ Judith Butler) In der Foto- und Filmserie habe ich mir dazu persönliche Vorbilder aus dem Freundes- und Familienkreis, aber auch von ganz fremden Menschen genommen und versucht, ihr Bild im ersten Schritt zunächst einmal zu imitieren, und im zweiten Schritt, sie mit meiner eigenen Persönlichkeit zu verbinden und zu erweitern.

Meine Großmutter - Meine Großmutter und Ich - Meine Großmutter als ein Teil von mir

Es wird dabei immer versucht aus den Vorlagen das Idealbild des Kreises zu formen, wobei es einem nie gelingt, dieses Idealbild ganz und vollständig zu füllen. Es bleiben diffuse Stellen; -und es werden auch Fehler und Lücken mit hinein gewoben, bei denen die Vorlage offensichtlich nicht so ganz zusammenpassen, die aber auch wie selbstverständlich zu einem zu gehören scheinen. Es entstehen dadurch Persönlichkeitsstrukturen, die auch anders hätten sein können, die einen jedoch für einen kleinen Moment prägen und formen.



Ausstellungs-Ansichten im Institut für Mediengestaltung (oben) und im Medienhaus (unten), Mainz 2015