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[Know Hope]

Omer Shamir | Israel, Vereinigten Staaten 2025


Der Street-Art Künstler »Know Hope« schreibt seine Botschaften an Häuserwände, an die Straßen und in die Natur. Seine Stimme spricht poetisch und doch eindringlich: Welche Schritte gehören wem, und wo gehen sie mit welcher Motivation hin? Eine weiße Flagge montiert er in der Erde, als der Regen intensiver wird – und der Schmerz auch.

Können wir einen Ausweg finden?

Für zehn Jahre hat Regisseur Omer Shamir »Know Hope« alias Addam Yekutieli begleitet, der als israelisches Pendant zum amerikanischen Street-Art Künstler Banksy gehandelt wird. Doch ganz anders als in dessen Dokumentation Exit Through the Gift Shop – wo sein Gesicht nie gezeigt und somit ein Mythos aufrecht gehalten wird – sitzt Addam hier offen vor der Kamera und spricht ganz privat mit seinem ehemaligen Assistenten. Und kritisiert dann auch gleich den Anfang als viel zu dramatisch, überhaupt als israelischer Banksy bezeichnet zu werden.


Filmbild aus Know Hope © Omer Shamir | Israel, Vereinigten Staaten 2025
Filmbild aus Know Hope © Omer Shamir | Israel, Vereinigten Staaten 2025

1986 in Kalifornien geboren, war seine Mutter amerikanische Japanerin und sein Vater Israeli. Beide studierten Kunst, als sie sich kennenlernten. Er war noch klein, als die Familie nach Israel zog – und er sich dort sehr fremd fühlte. Um seine Gefühle auszudrücken, entdeckte er Punkrock, sein Skateboard und Graffitis. Die Depression schlich sich ein, als alle in seinem Freundeskreis zum Militär gingen – und er nicht. In seinem Originalmanuskript schrieb er auch über OCD, einer Zwangsstörung, wirft der Filmemacher ein, aber darüber möchte »Know Hope« doch nicht reden und erklärt: Das ist schwer zusammenzufassen. Bei ihm sind es die Gedanken, die sich oft wiederholen. So arbeitet er auch in seiner Kunst oft mit ähnlichen Motiven.

FAZIT

Aufgeteilt in drei Kapitel, beginnt der Film mit der Beziehung der beiden Männer, Omer Shamir und Addam Yekutieli, noch bevor die Arbeit von »Know Hope« und dessen öffentlicher Wahrnehmung vorgestellt werden. Im zweiten Kapitel verschiebt sich der Fokus auf seine Erkrankungen, wie auch einer Autoimmunerkrankung. Die Bedeutung von Schmerzen bekommen einen immer größeren künstlerischen Raum –, um im dritten Kapitel, im Übergang von dem 06. auf den 07. Oktober 2023, zu gesellschaftlichen Echokammern zu werden. Hier beginnt Addam, auch die Schmerzen der Menschen in Gaza zu sammeln und sie zu neuen Landschaften, Wegen und Territorien zu formen. Besonders die politischen Hinterfragungen führen dabei im öffentlichen Raum zu Diskussionen und spontanen Wutausbrüchen, wenn er territoriale Gebiete von anderen „beschmutzt“. Aber die intensivsten Momente im Film bleiben jene, in denen der Raum vollständig seinen Ideen, Zeichnungen und Installationen überlassen wird, da, wo seine Sprache ohne weitere Einordnung nachhallen kann, um eine ganz eigene – und menschliche – Landkarte zu formen.



«Know How» lief auf dem Kasseler DOKfest 2025.


© Tina Waldeck 2025